Europäische Umfrage zu Autoklimaanlagen

Honeywell hat in Europa eine Umfrage zu Automobilklimaanlagen durchgeführt.

Die Studie zeigt: Autofahrer unterschätzen Gesundheits- und Sicherheitsvorteile von Fahrzeugklimaanlagen.

Besonders in den heißen Sommermonaten möchte niemand auf die Klimaanlage im Auto verzichten. Die Vorteile eines klimatisierten Fahrzeugs für den Komfort des Fahrers und der Mitfahrer sind unbestritten. Das erklärt auch, warum die Klimaanlage die Funktion ist, für die deutsche Autofahrer am ehesten zusätzlich in die Tasche greifen würden, wäre sie nicht in der serienmäßigen Ausstattung enthalten. Damit schlägt die Klimaanlage sogar Extras wie das Navigationssystem oder Parkassistenzsysteme. Besonders spannend ist jedoch, dass vielen Autofahrern nicht bewusst ist, dass Fahrzeugklimaanlagen deutlich zur Verkehrssicherheit beitragen. Eine aktuelle Studie, die von Kältemittel-Entwickler und -Produzent Honeywell in Auftrag gegeben wurde, befragt rund 2.500 europäische Autofahrer aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Italien und Spanien nach ihrer persönlichen Klimaanlagen-Nutzung. „Unsere Befragung hat ergeben, dass die Klimaanlage für europäische Autofahrer das bei Weitem bevorzugte Extra im Fahrzeug ist – sie liegt sogar vor neueren Technologien wie dem Navigationssystem oder Parkassistenzsystemen. Was vielen Fahrern jedoch nicht bewusst ist, ist dass sie mehr kann als nur das Auto kühl zu halten,” fasst Julien Soulet, Business Director für Honeywell Fluorine Products, die Ergebnisse zusammen.

Richtgröße 22°C
Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Fahrer dazu tendieren, ihre Klimaanlage erst dann einzuschalten, wenn es bereits zu heiß ist. Wissenschaftlichen Studien zufolge ist die grundsätzliche Konzentration und Leistungsfähigkeit von Personen bei Temperaturen um 21°C bzw. 22°C ideal. Sie sinken bei Temperaturen ab 22°C. Daher warnt Philipp Heise, Kfz-Experte beim Auto Club Europa (ACE): „Unter der extremen Hitze wie in diesem Sommer leidet auch die Verkehrssicherheit. Mit zunehmender Temperatur wird die Reaktionszeit länger und die Unfallgefahr steigt.“ Eine Untersuchung beschäftigte sich mit dem Einfluss des Wärmekomforts auf die Aufmerksamkeit von Fahrern. Es zeigte sich, dass Reaktionszeiten bei einer Temperatur von 27°C um rund 22% langsamer waren als bei 21°C. In der aktuellen Umfrage gab fast die Hälfte der Befragten an, dass sie ihre Klimaanlage erst bei Temperaturen von 28°C und darüber einschaltet. Nur wenige würden sie bereits bei Temperaturen unter 24°C anschalten. Wie man vielleicht vermuten würde, schalten Männer ihre Klimaanlage früher ein als Frauen – in Deutschland im Schnitt bei rund 1,3°C niedrigerer Temperatur. Eine Zusammenschau der Ergebnisse mit vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen macht deutlich, dass ein früheres Einschalten der Klimaanlage – d.h. bei vergleichsweise geringeren Temperaturen – enorm dazu beitragen könnte, Unfälle zu verhindern und dadurch die Verkehrssicherheit zu unterstützen. Darüber hinaus zeigt die aktuelle Befragung, dass nur etwa ein Drittel der europäischen Autofahrer und nahezu die Hälfte der deutschen Fahrer ihre Klimaanlage auf die optimale Temperatur zwischen 21°C und 23°C einstellen. Die meisten Befragten neigen dazu, ihr Fahrzeug entweder zu warm oder zu kalt zu temperieren. Das bestätigt auch Philipp Heise: „Wir beobachten immer wieder, dass Autofahrer die Klimaanlage falsch einstellen oder zu spät nutzen und sich der Gefahr der Hitze nicht bewusst sind. Ab Temperaturen von 21 Grad raten wir dazu, die Klimaanlage einzuschalten. Dabei sollte das Auto natürlich nicht zur Eiskammer werden. Optimal für die Konzentration sind Innenraum-Temperaturen von knapp über 20 Grad.“

Unterschätzter Einfluss auf Aufmerksamkeit
Die Befragung zeigt zudem, dass sich die meisten Autofahrer der positiven Auswirkungen der Klimaanlage auf ihre Konzentration und Aufmerksamkeit nicht bewusst sind. Zwar ist diese Tatsache jenen deutschen Befragten, die durchschnittlich mehr als 10.000 Kilometer im Jahr fahren, noch eher bewusst als Gelegenheitsfahrern; insgesamt wissen dennoch nur etwa die Hälfte der Befragten in Deutschland, dass die Klimaanlage hilft, Müdigkeit vorzubeugen. Das könnte erklären, warum immerhin 12% der befragten Personen angaben, das Einschalten der Klimaanlage zu vermeiden bzw. die Anlage überhaupt nicht zu nutzen – mehr als ein Drittel dieser Fahrer in Deutschland und Europa möchten damit Treibstoff sparen.

Wichtig für Allergiker – Autoklimaanlage reduziert im Sommer nicht nur Temperatur
Klimaanlagen-Systeme können die Luft im Fahrzeug sehr viel sauberer – und „frischer“ – machen als ein geöffnetes Fenster. Grund dafür ist, dass die Klimaanlage Schadstoffe und Pollen aus der Luft filtert und daher besonders vorteilhaft für Allergiker ist. Jedoch wissen nur rund die Hälfte der Befragten in Deutschland und Europa über die Luft-Reinigungskraft ihrer Klimaanlage und die Vorteile für Allergiker Bescheid. Etwa die Hälfte der befragten Personen glaubt sogar, dass Klimaanlagen Keime und Schadstoffe im Fahrzeug weiter verbreiten. Bei regelmäßiger Wartung und Überprüfung des Pollenfilters ist das genaue Gegenteil der Fall. Es gibt wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse darüber, wie Fahrzeugklimaanlagen die Luft im Auto reinigen und so zur Gesundheit der Fahrzeuginsassen beitragen. Wie eine Studie von 2010 zeigt, reduziert eine Klimaanlage die Zahl der Mikroorganismen in der Luft um 81.7%, Schimmelpilzsporen wurden um 83,3% und weitere Partikel sogar um 87,8% beseitigt. Darüber hinaus profitieren Allergiker von pollenfreier Luft im Fahrzeuginneren. Interessanterweise wissen dies nur 58% der europäischen Befragten, die selbst an Heuschnupfen oder anderen Allergien leiden. In Deutschland liegt diese Zahl etwas höher. Hierzulande sind sich 65% der Autofahrer über die Vorteile für Allergiker bewusst – in Anbetracht des deutlich angenehmeren Fahrerlebnisses, das die Klimaanlage Allergikern durch ihre Leistung bieten kann, erscheint diese Zahl aber vergleichsweise gering.

Abkühlung muss nicht auf Kosten der Umwelt gehen
So sehr Klimaanlagen zum Standard im Alltag der meisten Autofahrer geworden sind, so wissen doch die meisten Befragten nicht, welchen Umwelteinfluss sie und das in ihnen verwendete Kältemittel haben. Das derzeit immer noch genutzte Kältemittel R134a hat ein Erderwärmungspotenzial (Global Warming Potential, kurz GWP) von 1.300. Das bedeutet, es ist 1.300mal so hoch wie das GWP von Kohlendioxid, das bei 1 liegt. Laut einer EU-Richtlinie müssen jedoch alle neuen Fahrzeuge in Europa von 2017 an mit einem Kältemittel ausgestattet sein, das ein GWP von maximal 150 vorweist. Aktuell wissen 98% der Autofahrer nicht, dass die neueste Generation von Kältemitteln diesen Grenzwert deutlich unterschreitet. Das GWP von Solstice yf, dem neuen umweltfreundlichen Kältemittel, liegt 99,9% unter dem des derzeit genutzten Kältemittels. Bereits heute nutzen mehr als fünf Millionen Fahrzeuge Solstice yf. Dadurch werden aktuell umgerechnet rund drei Millionen Tonnen CO2 eingespart – so viel, wie von Bäumen auf einer vollbepflanzten Fläche von rund 10.000 Quadratkilometer gebunden würde. Dies entspricht nahezu der sechsfachen Größe von London.

https://indoor.lbl.gov/sites/all/files/lbnl-60946.pdf
http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/00140139608964434#.VRVU9OETwiA
http://www.biomedcentral.com/1471-2334/10/146

Full Survey results

pdfHoneywell Air Conditioning Survey Infographic

pdfHoneywell Air Conditioning Survey Graphs

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Methodik der Honeywell-Umfrage zu Fahrzeugklimaanlagen
Die Erkenntnisse der Studie basieren auf einer Online-Befragung einer Stichprobe von 2.501 Autofahrern, die 18 Jahre und älter sind. 501 Befragte kommen aus dem Vereinigten Königreich und jeweils 500 befragte Personen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien. Die Teilnehmer wurden aus einem Online-Panel ausgewählt – die Datenerhebung fand zwischen dem 17. und 24. Juni 2015 statt. Die Studie wurde von ORC International durchgeführt, einem gemeinschaftlichen und beratenden Forschungspartner für hunderte Organisationen weltweit. Nähere Informationen zum Forschungsservice finden Sie unter www.ORCInternational.com.

Haftungsausschuss: Da die Teilnehmer der Studie aus einem Panel von Personen ausgewählt wurden, die freiwillig an Online-Befragungen teilnehmen, können keine Stichprobenfehler berechnet werden. Alle Stichprobenerhebungen können verschiedenen Fehlerquellen unterliegen. Dies schließt unter anderem Stichprobenfehler, Erfassungsfehler, Fehler in Verbindung mit Nichtbeantwortung, Fehler in Zusammenhang mit der Formulierung von Fragen und Antwortmöglichkeiten sowie Gewichtung und Anpassungen im Anschluss an die Befragung ein.