Sicherheitsinformationen

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Allgemeine Informationen
Die Industrie hat Standards entwickelt, die die sichere Nutzung und Konstruktion von Systemen oder Komponenten zur Beheizung, Lüftung und Klimatisierung (HVAC) in Europa (ISO 13043) und den USA (SAE J639) regeln. Diese gewährleisten unter anderem auch die sichere Nutzung von Kältemitteln. Die Standards wurden in enger Zusammenarbeit mit Regierungs- und Zulassungsbehörden etabliert, damit die Fahrzeuge von morgen genauso sicher oder sogar noch sicherer sind als die Autos von heute. Bis jetzt wurde kein einziger Autounfall dokumentiert, der in Zusammenhang mit dem Kältemittel Solstice yf steht.

In mehr als 20 Jahren, in denen das alte Kältemittel HFC-134a im Einsatz war, wurde von keinem einzigen Fall berichtet, in dem ein Fahrzeuginsasse durch das Kältemittel zu Schaden gekommen wäre. Kältemittel auf Basis von Fluorkohlenwasserstoffen werden seit sechs Jahrzehnten sicher in Fahrzeugen eingesetzt, und es besteht kein Anlass zu der Annahme, dass sich mit Solstice yf daran etwas ändert.

Fluorkohlenwasserstoffe wie HFC-134a und Solstice yf gleichen sich insofern, als sie im Falle der Verbrennung kleine Mengen von Flusssäure (HF) und Carbonylfluorid (COF2) abgeben können. Analysen der SAE haben gezeigt, dass diese Mengen deutlich unter dem für den Menschen schädlichen Schwellenwert liegen und dass mit der Verwendung von Solstice yf kein erweitertes Risiko verbunden ist.

  • HF kann sich bilden, wenn Fluorkohlenwasserstoffe mit sehr heißen Oberflächen in Kontakt kommen (700°C) oder sich bei noch höheren Temperaturen entzünden. Dies trifft auf alle Fluorkohlenwasserstoffe zu, auch diejenigen, die bereits seit 60 Jahren sicher in mobilen Klimaanlagensystemen genutzt werden. Die sich daraus ergebende Konzentration an HF ist sehr gering. Bei der Brandbekämpfung würde sich HF rasch im Löschwasser auflösen und ausgeschwemmt werden.
  • COF2 ist ein bekanntes Abbauprodukt von HFO-1234yf und wurde umfassend untersucht. Es bildet sich lediglich für den Bruchteil einer Sekunde und hat daher nicht lange genug Bestand, um mögliche Passanten, Fahrzeuginsassen oder Ersthelfer zu gefährden. Bei Kontakt mit Feuchtigkeit, wird es rasch in HF und CO2 gebunden.

Empfohlene Vorgehensweise und Ausstattung für professionelle Rettungskräfte
Sollten professionelle Rettungskräfte bei einem Fahrzeugbrand eintreffen, bei dem das betroffene Auto Solstice yf nutzt, ist es empfehlenswert, dass Einsatzkräfte und Notfallpersonal gemäß ihrer Schulung zum Umgang mit entsprechenden Situationen reagieren. Dies gilt auch für den Fall eines Brandes in einem Tunnel oder einer Tiefgarage, da es sich dabei um spezielle Gebäude handelt, die bereits strengen Sicherheitsanforderungen genügen müssen.

Was die Anforderungen an die Schutzkleidung der Einsatzkräfte betrifft, so ändert sich durch die Nutzung von Solstice yf nichts. Es gelten dieselben Sicherheitsanforderungen wie für HFC-134a – dies bedeutet konkret die Nutzung eines umgebungsluftunabhängigen Atemschutzgerätes sowie eines Schutzanzuges.

Informationen für freiwillige (nicht professionelle) Ersthelfer
Die Menge an HF, die bei einem Fahrzeugbrand entsteht, ist von einer Vielzahl unterschiedlicher Variablen abhängig. Der sogenannte Gradient Report (Tabelle 2-5, S. 40; SAE Abschlussbericht) erklärt, dass die HF-Konzentration abhängig von unterschiedlichen mildernden Faktoren ist, wie beispielsweise Wind, Regen, Gesamtfüllmenge und Entweichpunkt des Kältemittels. Die erwarteten Konzentrationen liegen in derselben Größenordnung wie diejenigen, die vom derzeit genutzten R-134a gebildet werden können. HF kann sich nur bilden, wenn es zu einem Kontakt mit einer sehr heißen Oberfläche oder zur Verbrennung kommt. HF an sich ist ein stark abstoßendes Gas, das Menschen noch nicht einmal in relativ geringen Konzentrationen, unter dem AEGL-2 Level, ertragen können. Damit wird es wohlmeinende Passanten von den entsprechenden in einen Unfall verwickelten Fahrzeugen fernhalten. Dieser Effekt unterscheidet Solstice yf im Übrigen nicht von anderen Kältemitteln, die in der Vergangenheit genutzt worden sind, so zum Beispiel HFC-134a. Es ist wahrscheinlich, dass sich Passanten genauso verhalten und reagieren werden, wie im Falle eines Feuers mit HFC-134a.